Category: Stutenmilch

Was macht Stutenmilch so anders als Kuhmilch?

Von Jette Zollmann, 8. Februar 2010 16:06

In diesem Beitrag möchte ich die unterschiedlichen Eigenschaften von Stuten- und Kuhmilch darlegen. 

Grundsätzlich ist eine Milch eines Säugetiers aus den Stoffen Eiweiß, Fett, Kohlenhydraten, Mineralstoffen, Vitaminen und Wasser aufgebaut. Die Eiweiße sind in Kaseine und Molkeneiweiße aufgeteilt, die Fette bestehen aus gebundenen kurzkettigen Fettsäuren oder aus einem unterschiedlich hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren. Kohlenhydrate bestehen in der Milch hauptsächlich aus Milchzucker auch Laktose genannt.

Für die weiße Farbe der Milch ist der Käsestoff, auch Kasein genannt, zuständig.

Was sind nun die Unterschiede von Kuh- und Stutenmilch?

1. Die Eiweiße:

Stutenmilch wird als Molkenmilch bezeichnet, da sie ein günstiges Kasein zu Molkeneiweißverhältnis hat wie auch die Frauenmilch. Kuhmilch hat einen sehr hohen Anteil an Kasein und wird deshalb als Käsemilch bezeichnet.

Kurz gesagt, aus Kuhmilch kann man Käse machen und aus Stutenmilch nicht.

2. Fett:

Bei den Fetten hat Kuhmilch einen Fettgehalt von 3,9 %, Stutenmilch dagegen einen Fettgehalt von 1 %. Unterschiedlich ist aber nicht nur der Fettgehalt sondern auch die Fettsäurezusammensetzung. Charakteristisch für Stutenmilch ist der hohe Anteil an mehrfach ungesättigten, essentiellen(lebensnotwendigen) Fettsäuren. Kuhmilch hat dagegen einen relativ geringen Anteil an ungesättigen Fettsäuren.
Die Fettkügelchen der Kuhmilch sind  mit 4500 nm pro 100 ml Flüssigkeit im Vergleich zu Stutenmilch mit 2500 nm pro 100 ml Flüssigkeit größer. Kleine Fettkügelchen sind für den Körper besser verdaulich.

Kleiner Abschweif: Jeder wundert sich warum Pferde so groß und stark werden, obwohl die Stutenmilch nur 1% Fett hat. Am Fettgehalt kann es also nicht liegen. Ich glaube es hat mit der Lebensweise der Pferde zu tun. Sie müssen immer fluchtbereit sein und brauchen deshalb eine leichte und hochverdauliche Milch.

3. Kohlenhydrate:

Lactose ist mengenmäßig das dominante Kohlenhydrat in beiden Milcharten. Kuhmilch hat einen Laktose Anteil von 4,7% und Stutenmilch von 6,2 %. Deshalb schmeckt Stutenmilch weitaus süßer als Kuhmilch.

Ob man die Lakose von Stutenmilch verträgt muss jeder selbst testen, wir haben einige Kunden die eine Laktoseintoleranz haben und trozdem Stutenmilch vertragen.

4. Mineralstoffe und Vitamine:

In Kuhmilch sind nur Spuren von Lysozym vorhanden, Stuten- und Muttermilch haben dagegen einen sehr hohen Gehalt. Lysozym ist ein basisches Polipeptid mit bakteriziden Eigenschaften.

Stutenmilch hat einen sehr hohen Vitamin C Gehalt von 150 mg pro 100 ml. Kuhmilch dagegen nur einen Anteil von 20 mg.

Zusammenfassend ist zu sagen das Kuh und Stutenmilch sehr unterschiedliche Milcharten sind. Sie haben eine unterschiedliche Eiweißzusammensetzung, ein andere Fettzusammensetzung und auch vom Vitamin und Mineralstoffgehalt unterscheiden sie sich sehr.

Es zeigt sich, dass Stutenmilch sehr viel positive Eigenschaften für unseren Körper hat, was auch nochmal verdeutlicht wird, indem Stutenmilch der menschlichen Muttermilch sehr ähnlich ist.

Nährt, stärkt und aktiviert

Von Jette Zollmann, 1. Februar 2010 21:52

Kumys auch Airag genannt ist eines der ältesten und berühmtesten Sauermilchgetränke der Welt und gehört neben Kefir zu den „Getränken der Hundertjährigen“. Schon Dschingis Khan hat Kumys getrunken.

Wir stellen unseren Kumys seit 1975 her und pflegen seit dem unsere speziellen Kumyskulturen. Das besondere an Kumys ist, dass die reine Stutenmilch mit Milchsäure und Hefebakterien versetzt wird und somit eine Doppelfermentierung stattfindet. Die wertvollen Inhaltsstoffe der Stutenmilch werden so aufgeschlüsselt und stehen noch leichter dem Körper zur Verfügung. Der Milchzucker (Laktose) der Stutenmilch wird von den Milchsäure- und Hefebakterien weitestgehend umgewandelt.

Wenn mich jemand fragt wie Kumys schmeckt ist es schwer zu beschreiben. Er schmeckt sauer, aber nicht milchsauer eher wie Zitrone und dann auch wieder etwas nach Hefe. Ich muss zugeben der Geschmack ist  besonders, aber auch sehr erfrischend und man darf sich vom ersten Schluck nicht beirren lassen. Kumys ist ein echtes Naturprodukt und nicht künstlich mit Zucker versüßt wie manch andere Produkte, die im Moment auf dem Markt sind. Für uns ist es wichtig unsere Produkte so natürlich wie möglich zu lassen und nicht künstlich „aufzupeppen“. Wem der reine Kumys zu sauer ist kann ihn sehr gut mit Fruchtsaft zum Beispiel Apfel oder Traubensaft kombinieren.

Kumys wird bei uns in einem speziellen Gärraum bei ca. 30.Grad hergestellt. Jeden Morgen wenn der Kumys fertig ist, wird bei uns eine Kanne gefüllt und jeder im Betrieb kann ein Glas trinken. Da ist der Kumys oft noch lauwarm. Zum einen ist das wichtig um die Qualität des Kumys jeden Tag zu kontrollieren und zum anderen sind dann alle fit für den Arbeitstag.
Wir kühlen unseren Kumys auf Kühlschranktemperatur. Dadurch wird der Gärprozess abgebrochen und der Kumys ist nicht ganz so stark. In Ländern wir der Mongolei und Kasachstan wird der Kumys teilweise auch länger vergoren, wodurch der Geschmack noch intensiver wird und auch der Alkoholgehalt steigt.

Kumys ist nicht gleich Kumys. Jeder der Kumys produziert hat seine Geheimnisse und Besonderheiten bei der Herstellung. Wenn man in der Mongolei oder in Kasachstan Kumys trinkt, dann schmeckt er oft von Dorf zu Dorf unterschiedlich. Kasachen und Mongolen die bei uns Kumys holen, schätzen die gleichbleibend hohe Qualtität unseres Kumys.

Wenn ich Ihr Interesse geweckt habe und Sie sich mal was richtig Gutes tun wollen, dann probieren Sie unseren Kumys. Wir haben Kumys in 200 ml Flaschen oder als Pulver unseren Kumysdrink mit Dinkel oder Reisflocken. Alle unsere Produkte können Sie in unserem Online-Shop bestellen.

Stutenmilch – “Für was ist das denn?” oder “Nein, wenn man Stutenmilch trinkt fängt man nicht gleich an zu wiehern!”

Von Jette Zollmann, 17. Januar 2010 16:18

Stutenmilchprodukte vom Kurgestüt Hoher Odenwald

Wenn man mit Stutenmilch unterwegs ist, zum Beispiel auf Messen, wird man immer wieder mit der Frage konfrontiert: „Fange ich an zu wiehern wenn ich Stutenmilch trinke?“. Wir können dann immer nur darauf antworten: „Wenn Sie von Kuhmilch anfangen zu muhen, dann kann es auch sein, dass Sie von Stutenmilch anfangen zu wiehern“.

In der Tat gibt Stutenmilch Kraft und erweckt müde Lebensgeister und wenn sie getrunken wird, wird man vielleicht eher „stark wie ein Pferd“, aber um die sprachlichen Konsequenzen muss man sich keine Sorgen machen.

Oft wird sich auch vorgestellt, dass Stutenmilch eine sehr schwere Milch ist, die auch einen starken Eigengeschmack hat. Diesem Mytos muss ich auch widersprechen.

Stutenmilch ist eine ganz leichte Milch. Sie hat nur 1% Fett und einen hohen Milchzuckeranteil von 6,5%. Daher schmeckt die Stutenmilch neutral, etwas wässrig und leicht süßlich. Stutenmilch ähnelt vom Geschmack einer Getreidemilch.

Was ist das besondere an Stutenmilch?

Stutenmilch zählt wie die menschliche Muttermilch zu den Albuminmilcharten („Molkenmilch“), die Milch von Kuh, Schaf und Ziege zählt dagegen zu den Caseinmilcharten („Käsemilch“). Die Ähnlichkeit zur menschlichen Milch ist ein wesentliches Merkmal der Stutenmilch.
Die Eiweiße der Stutenmilch werden gut vom  menschlichen Magen- Darmsystem aufgenommen.  Das Fett besteht überwiegend aus ungestättigten Fettsäuren wie Omega 3 Fettsäuren. Der Anteil von Vitamin C ist im Vergleich zu anderen Milcharten sehr hoch und kann mit dem Gehalt von frischen Obst verglichen werden. Wir stellen jedoch nicht einen Faktor heraus, der für die Wirkung der Stutenmilch verantwortlich ist, es ist die Ganzheit mit günstigem Wirkungseffekt auf den menschlichen Körper.

Die Stutenmilch ist ein natürliches Nahrungsmittel und liefert in Ihrer Gesamtheit viele wichtigen Vitalstoffe für unseren Körper und kann in allen Lebensphasen eine Bereicherung für unseren Ernährungsplan sein.

Am Anfang stand die Überzeugung

Von Jette Zollmann, 17. Januar 2010 15:44
Am Anfang stand die Überzeugung von meinem Großvater Dr. Rudolf Storch mit Stutenmilch ein hoch interessantes Naturprodukt zu haben, dass von großem Nutzen für die Menschen ist.
Auf die Idee kam er während er als Veterinär im Krieg in Russland stationiert war.

Stutenmilchpionier Dr. Rudolf Storch

Heute noch wird in Kasachstan eine Geschichte über ihn erzählt:
Er wurde von Russen gefangen genommen. Zu dieser Zeit starben sehr viele Gefangene an der Krankheit Tuberkulose. Auch er erkrankte im Gefängnis an Tuberkulose. Die Russen wollten aber ihre Statistik in ihren Gefangenenlagern  aufbessern und nicht so viele Todesfälle verbuchen, deshalb wurde eine große Anzahl an schwer erkrankten Gefangenen freigelassen. Unter Ihnen war auch mein Großvater Rudolf Storch. Dieser wurde schwer krank von einem Nomadenvolk aufgenommen und mit Kumys (vergorener Stutenmilch) gepflegt. Durch die heilende Wirkung des Kumys wurde er wieder vollkommen Gesund. Nach seiner Genesung kehrte er freiwillig ins Gefangenenlager zurück. Während der Zeit in Gefangenschaft machte er sich weiter schlau über das Produkt Stutenmilch, dem er sein Leben zu verdanken hatte. 

Nach seiner Rückkehr nahm er sich vor, Stutenmilch und Kumys in Deutschland einzuführen. Durch die russischen Sprachkenntnisse und das Fachwissen, dass er sich aneignete, konnte er wichtiges Informationsmaterial sammeln und übersetzten.
Aus seiner Überzeugung heraus gründete er 1959 die erste Stutenmilchfarm in Deutschland. Mein Großvater war von dieser Idee nicht mehr abzubringen. Er kaufte drei Haflingerstuten und begann mit der Stutenmilchproduktion. Aus diesen Stammstuten ist unsere Gesamte Herde von Mittlerweile 200 Melkstuten aufgebaut. 

Es war zunächst nicht einfach da keiner in Deutschland mit Stutenmilch etwas anfangen konnte. Es war auch gerade die Zeit der Lebensmittelindustrie und es wurden nicht viel Augenmerk auf ein Naturprodukt gelegt. Das hat sich heute stark geändert.
Er konnte aber einen Arzt aus Ettenheim Dr.Swoboda von seiner Idee überzeugen. Und zusammen setzten sie Stutenmilch bei Patienten ein. 

Mit viel zeitlichem Engagement hat er sein Lebenswerk kontinuierlich aufgebaut. 

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