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Launige SWR-Wanderung rund um Waldbrunn

Von Jette Zollmann, 26. April 2011 07:50

„Raus mit Klaus“ hieß es am 14.April auf dem Winterhauch. Gemeinsam mit Wanderreporter Klaus Gülker vom SWR gingen Schlagersängerin Birgit Langer, Marina Hofherr von der Touristen-Information der Gemeinde Waldbrunn und einige Wanderfreunde angeführt von Rolf Reichenbacher auf Wanderschaft.

Waldbrunn.

Start war am frühen Morgen in Mülben, wo Jette und Hans Zollmann die Wandergruppe auf dem Kurgestüt Hoher Odenwald empfingen und von der Stutenmilchproduktion berichteten. Natürlich stand auch eine Verkostung auf dem Programm. „Schmecke wie Joghurt mit Sprudel,“ stellte Klaus Gülker fest und ließ dies auch die Hörer von SWR 4 wissen, die während der gesamten Wanderung immer wieder live informiert wurden. Darüber hinaus wurden von der Strecke immer wieder Fotos und kurze Textnachrichten auf der Internetseite des SWR [1] gepostet.

Durch die Stutenmilch gestärkt brachen die Wanderer auf, um sich auf den acht Kilometer langen Weg an den Katzenbuckel und zurück zu begeben. Von Mülben aus ging es am Waldrand entlang nach Strümpfelbrunn und weiter durch den Eichwald hinauf zum Brummers Kreuz bzw. zum Katzenbuckel-Kreisel, wo die nächste Live-Schaltung stattfand. Unterwegs wusste Rolf Reichenbacher viel Wissenswertes rund um Waldbrunn zu berichten.
Angesteckt von der guten Laune der Teilnehmer und dem sonnigen Wetter ließ es sich Schlagersängerin Birgit Langer nicht nehmen, ein paar Lieder anzustimmen.

Bergab ging es dann in Richtung Waldkatzenbach. Durchs Ebnet beginnt der Aufstieg zum Katzenbuckel, der auf dem Katzenpfad seine Fortsetzung findet. Rolf Reichenbacher wusste hier zu berichten, dass es sich hierbei um einen Weg handelt, den die Steinbrucharbeiter nutzen, um täglich an ihren Arbeitsplatz am Katzenbuckel zu kommen. Später wurde der Katzenpfad zu einem der ersten Waldlehrpfade im Odenwald und Namensgeber für das erste Online-Magazine im Neckar-Odenwald-Kreis wurde.
Bei einer kurzen Pause an der Freya-Hütte, wo die Gruppe die höchstgelegene Quelle des Odenwalds besichtigte, stimmten die Wanderer ein weiteres Mal ein launiges Liedchen an. Die nächste Sehenswürdigkeit auf dem Weg war der Königstuhlblick, den der NABU Waldbrunn vor einigen Jahren in Kooperation mit dem Naturpark Neckartal-Odenwald geschaffen hat (wir berichteten). Hier auf dem „Dach des Odenwalds“ mit herrlichen Fernblicken stimmten die Teilnehmer das „Odenwaldlied“ an. Natürlich war auch hier der Ü-Wagen des SWR im Einsatz, um die Hörer im Land an der guten Laune bei der Wanderung teilhaben zu lassen.
Weiter ging es zum Katzenbuckelsee, wo Geologe Michael Hahl die Gruppe erwartete. Auf dem „Weg der Kristalle“ erläuterte der Experte die Geologie des Vulkanhärtlings und seine Entstehungsgeschichte.

Nach der Mittagspause im Panorama-Restaurant Turmschenke, wo Waldbrunns Bürgermeister Klaus Schölch und Kämmerer Joachim Gornik zur Wandergruppe stießen, ging es hinauf zum Katzenbuckelturm. Nachdem die Wanderer den 18 Meter hohen Aussichtsturm erklommen hatte, zeigte sich einmal mehr die Schönheit des Odenwalds. Dort stieß eine Radiohörerin aus Freiburg zur Gruppe, die den Liveschaltungen von unterwegs gefolgt war und nun zufällig auf Klaus Gülker und seine Mitwanderer stieß.

Nach dem Abstieg ging es durch Waldkatzenbach am Feriendorf vorbei zur Katzenbuckel-Therme, wo ein Interview mit Gemeindeoberhaupt Schölch stattfand. Per Shuttle-Service von Jette Zollmann ging es wieder zurück zum Ausgangspunkt am Kurgestüt.

Auch Dank der vielen interessanten Informationen und Erzählungen von Wanderführer Rolf Reichenbacher, der sehr kurzfristig für Gerhard Neureither eingesprungen war, wurde „Raus mit Klaus“ aus Waldbrunn ein toller Erfolg. Nicht nur Klaus Gülker und seine Mitwanderer, sondern die Hörer in ganz Baden-Württemberg waren nach den Liveschaltungen und den Berichten im Internet um etliche Eindrücke und Informationen rund um Waldbrunn reicher.

Artikel von M.Hofherr  www.katzenpfad.de
Infos im Internet:
www.swr.de/blog/swr4_bw_aktionen [2]

Mist ist nicht Mist

Von Jette Zollmann, 23. März 2010 22:14

Der Frühling steht vor der Tür und damit geht auch draußen die Arbeit in der Landwirtschaft los. Der Mist, der sich über den Winter gesammelt hat muss nun raus auf die Felder. Aus diesem Anlass möchte ich Euch mal die wichtige Rolle näher bringen, die unser Mist für unsere biologisch-dynamische Wirtschaftsweise einnimmt. Unser Mist ist kein Abfall für uns, sondern notwendiger Dünger für die Pflanzen. Mit dem Ausbringen von Mist auf die Felder wird ein Kreislauf geschlossen. Die Pflanzen nehmen sich wichtige Nährstoffe aus dem Mist, die das Wachstum optimal unterstützen. Ein geschlossener Kreislauf funktioniert nur, wenn einerseits so wenig wie möglich von “Außen” zugeführt und andererseits nicht zu viel entnommen wird. Das bedeutet es darf kein Dünger wie z.B. Sticksoff zugekauft beziehungsweise nicht die gesamte Ernte verkauft werden. Je mehr von der Ernte im Betrieb als Futtermittel für unsere Pferde verbleibt desto größer ist der Anteil an Nährstoffen, die dem Kreislauf auf diese Weise erhalten bleiben.

Unser Mist wird Festmist genannt und besteht aus einem Gemisch von Kot, Urin und Stroh. Mit dem Miststreuer wird er auf die Felder ausgebracht. Die Jauche,  die sich bei der Lagerung von Mist sammelt besteht aus Wasser und Urin. Sie ist ebenfalls Teil des Kreislaufes und wird wie der Mist als Dünger mit einem Jauchfass ausgebracht.

Oft werden wir von Hobbygärtner gefragt ob wir unseren Mist verkaufen, aus oben genannten Gründen müssen wir dies aber verneinen.

Von der Melkstute zum Westernpferd

Von Jette Zollmann, 6. März 2010 12:54

Yvonne Doebelin, Besitzerin der Double Divide Ranch in Bad Wimpfen, hat schon zahlreiche Pferde von unserer Farm ausgebildet und als Westernreitpferde weitervermittelt. Wir haben ein Interview mit Ihr geführt über Westernreiten und das Arbeiten mit den Pferden.

F: Was unterscheidet das Westernreiten vom Englischreiten?

Wenn man sich die Ursprünge der Reitweisen klarmacht, werden die Unterschiede recht schnell deutlich. Das englische Reiten kommt von Militär und Jagd, Westernreiten ist dagegen eine Arbeitsreitweise. Der Cowboy saß bis zu 14 Stunden im Sattel, da wollte er es bequem haben. Die Hände mussten frei sein, deshalb kommen Westernpferde mit minimalen Hilfen wie Schenkeldruck und Sitz aus. Der Cowboy konnte sich während seiner Arbeit nicht aufs Pferd konzentrieren, dadurch wurde die Ausbildung der Pferde dahingehend optimiert, dass sie selbständig mitarbeiten und so sehr bequem und sicher für den Reiter sind.

F: Du machst an unserem Pferdeverkaufstag eine Gelassenheitsvorführung. Was kann man darunter verstehen?

Gelassenheit bezeichnet die Desensibilisierung des Pferdes auf äußere Reize. Gerade wenn Familien mit Pferden im Gelände unterwegs sind oder Kinder mit Pferden zu tun haben, ist es äußerst wichtig, dass das Pferd nicht schreckhaft ist und durchgeht. Ein gelassenes Pferd ist die beste Unfallversicherung. Darauf arbeitet das Gelassenheitstraining hin.

F:  Ein Fluchttier gelassen machen?

Man kann den Fluchtinstinkt eines Pferdes nicht wegtrainieren, aber man kann ihn kontrollierbar machen. Da spielt Training eine Rolle, aber auch Vertrauen, Liebe und Konsequenz. Das beste Beispiel sind die Polizeipferde.

F:  Wie bildet man denn bei euch auf der Double Divide Ranch ein Westernpferd aus?

Meine Pferde sollen willig und gerne mit mir arbeiten. Wichtig ist, dass man Charakter und Psyche einschätzt und das Training auf dessen individuellen Stärken abstimmt. Ein motiviertes Pferd lernt leichter, besser und schneller. Am Anfang steht immer der Aufbau eines soliden Grundvertrauens, so bleiben die Pferde auch langfristig gut.

F:  Westernpferd – muss es da immer ein Quarter Horse, Paint oder Appaloosa sein?

Grundsätzlich kann man jedes Pferd Westernreiten – allerdings fehlen einigen Pferden die körperlichen Voraussetzungen, um im ernsthaften Turnierbereich mithalten zu können. Dafür sind kompakte, nicht zu große Pferde einfach am besten. Mit Ponys klappt das hervorragend, sie sind wendig, schnell, flexibel und haben die Kraft, die geforderten Manöver durchzuführen. Im Profiturnierbereich sollte man sich besser an die bekannten Westernrassen halten.

F:  Welche Disziplinen gibt es denn im Westernreiten?

Da gibt es verschiedene: Reining ist quasi die Dressur des Westernreitens. Beim Trail bewältigt man mit dem Pferd einen Parcours. Beim Pleasure werden die Grundgangarten am losen Zügel so geritten, dass es absolout mühelos aussieht – was es natürlich nicht ist. Beim Western Horsemanship werden Hilfengebung und Haltung des Reiters bewertet. Working Cow horse und Cutting sind Disziplinen, bei denen mit Rindern gearbeitet werden. Es gibt noch mehr – einen guten Überblick findet man in Wikipedia.

F:  Ihr macht Reining. Wie genau muss man sich das vorstellen?

Beim Reining muss man ein so genanntes „Pattern“ reiten, das ist eine Abfolge von Manövern, die ausschließlich im Galopp geritten werden. Die einzelnen Manöver sind beispielsweise der Sliding Stop, das Pferd stoppt aus vollem Galopp, so dass die Hinterhand rutscht und die Vorderhand weiterläuft. Spins sind extrem schnelle Wendungen auf der Hinterhand um das innere Bein. Der Rollback ist eine Hinterhandwendung aus dem Galopp. Es müssen schnelle, große und langsame kleine Zirkel geritten werden, wobei die Unterschiede der Zirkel bewertet werden. Dann gibt es noch fliegende Galoppwechsel und das Pferd muss willig, schnell und gerade rückwärts gehen.

F:  Woran erkenne ich ein gut ausgebildetes Westernpferd?

Es steht fein an den Hilfen, es läuft willig und selbständig und gelassen sowie konzentriert unter dem Reiter.

F: Auf eurer Ranch werden auch Kurgestüt-Ponys ausgebildet?

Man braucht eine gute Adresse für seinen „Nachwuchs“. Bei dem Kurgestüt Hoher Odenwald bin ich fündig geworden. Die Ponys hier sind ideal geeignet, sei es von Größe, Charakter oder
Aussehen, sei es als reines Freizeit- oder als Freizeitsportpferd.

F:   Was schätzt ihr an unseren Ponys?

Sie haben zum einen die Gelassenheit und Flexibilität, alles mitzumachen, zum anderen auch die Ausdauer, Schnelligkeit und Kraft, um ein Turnierpattern durchzureiten.

Ich habe einige Ponys auf dem Hof, die neue Besitzer haben und die sehr zufrieden mit der Leistung ihrer Pferde sind wie zum Beispiel Charlotte Kölz mit Svala, Nicole Mieth mit Navajo oder Mai-Brit Vivell, die gerade Ihre Pebbles bei mir ausbilden lässt. 

Kurgestüt-Ponys werden von uns auch zu Reittherapie und Bambinireiten eingesetzt, weil sie extrem gelassen sind und man ihnen wirklich voll vertrauen kann. Es ist wirklich eine Freude, mit ihnen zu arbeiten – gerade weil sie mit ihrer Intelligenz auch Anforderungen an den Ausbilder und Reiter stellen. Langweilig wird es mit ihnen auf jeden Fall nie! 

Vielen Dank Yvonne für das Interview.

Mein Arbeitstag als Melkstute

Von Jette Zollmann, 15. Februar 2010 21:06

 

Hallo ich bin Melkstute Eule. Ich wurde vor 11 Jahren auf dem Kurgestüt geboren. Meine Mutter ist eine Haflingerstute und mein Vater ist Bodo ein Reitponyhengst.
Ich wollte Euch einen Tag in meinem Leben beschreiben.

Es ist noch dunkel, aber wir warten schon alle. Endlich, das Licht geht an, bald gibt es was zu fressen. Ich versuche mich ganz vor an die Tür zu stellen, damit ich auch am meisten Hafer abbekomme. Wir drängeln alle immer gerne und stellen uns dann ganz dicht um den Futtertisch herum. Unsere Fohlen gehen jetzt in den Kindergarten. Zuerst bekommen wir Hafer und dann Heu und Gras.

Wenn wir fertig mit fressen sind laufen wir alle in den Wartebereich vor den Melkstand. Ich höre schon wie die Melkmaschine an geht und die Tore auf und zu gehen. Es können immer nur 4 Stuten in den Melkbereich, deshalb müssen wir erst einmal warten. Die rechte Melkbox ist frei, schnell laufe ich rein. Während ich gemütlich Hafer fresse wird mein Euter kontrolliert, gereinigt und anmassiert. Dann wird das Melkgeschirr angehängt. Ich lasse jetzt meine Milch laufen. Nach ca. 2 Minuten bin ich schon fertig und gehe aus dem Melkstand in unsern Laufstall. Wenn alle fertig gemolken sind bekommen wir wieder Futter.

Später werden wir nochmal gemolken und dann geht’s wieder ab zu unseren Fohlen. Die warten schon alle auf uns. Jetzt wird erstmal getrunken. Wenn alle Fohlen fertig getrunken haben geht’s auf die Weide. Hier können wir uns alle richtig austoben. Abends kommen wir wieder in den Stall und schlafen, denn morgen haben wir wieder einen wichtigen Tag vor uns.

Es schneit und schneit

Von Jette Zollmann, 3. Februar 2010 09:58

Wir wissen gar nicht mehr wohin mit dem Schnee. Unsere Pferde schauen jetzt auch lieber vom Stall aus zu was draußen passiert. Der Wetterbericht meldet  leider Regen für die nächsten Tage, hoffentlich gibt es kein Hochwasser. Trotz Schnee geht die Arbeit bei uns weiter. Die Pferde müssen gefüttert werden, die Ställe werden ausgemistet und die Liegeflächen werden mit frischem Stroh eingestreut. Die Melkstuten werden heute zwei Mal gemolken um 11 Uhr und um 14 Uhr. Die Stutenmilch wird sofort verarbeitet. Heute wird Kumys angesetzt und die restliche Milch wird in Beutel abgefüllt und mit unserem Schockfroster tiefgefroren.

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Was passiert mit unseren Fohlen?

Von Jette Zollmann, 27. Januar 2010 08:58

Um eine Stute zu melken ist im Gegensatz zu anderen melkbaren Haustieren wie Rind, Schaf und Ziege, der tägliche Kontakt der Stute mit dem Fohlen erforderlich. Ohne diese Verbindung zu ihrem Fohlen würden die Stuten innerhalb weniger Tage aufhören Milch zu geben. Die Fohlen kommen im Herdenverband bei uns auf die Welt. Unsere Stuten werden zum ersten mal gemolken, wenn das Fohlen 4-6 Wochen  alt ist.  Wir beginnen dann, die Stute und das Fohlen, morgens zu trennen. Die Fohlen gehen in eine Art “Fohlenkindergarten” und bekommen während dieser Zeit Gras, Heu, Hafer und Wasser. Nachmittags kommen Stuten und Fohlen wieder zusammen und verbringen den ganzen restlichen Tag miteinander.

Wenn das Fohlen 8-9 Monate alt ist hört die Stute auf Milch zu geben, da sie sich schon wieder auf die neue Abfohlung vorbereitet. Das Fohlen wird jetzt abgesetzt. Einige Stutfohlen behalten wir zur Nachzucht. Die restlichen Stut- und Hengstfohlen werden als Freizeitpferde an Privatkunden verkauft. Unsere Fohlen werden nicht als Schlachtpferde verkauft.

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